
Nach einem Aufstand von A. Hofers im Jahre 1809 wurde zum erstenmal der südliche Teil von Tirol abgespalten und kam zu Italien bis 1814. Danach wieder zu Österreich-Ungarn. Im Frieden von Saint-Germain 1919 kam das überwiegend deutsch besiedelte Land an Italien zurück.
Es wurden sämtliche deutschsprachige Bezeichnungen teilweise krampfhaft durch italienische Begriffe ersetzt. Schließlich wurde auch mit der Italianisierung von Familien- und Vornamen begonnen.
So wurde aus: Gruber - Dalla Fossa;
Rabensteiner- Pietracorvo;
Neuhauser- Casanova;
Staudacher- Staudaccheri;
Niederkofler- Nicovolo;
Fink- Finco usw.
Der damaligen deutschen Bevölkerungsgruppe wurde eine Option für die Rückkehr ins Deutsche Reich gemacht.

Diese Option (Vertrag) wurde im Jahre 1946 durch das Gruber-de-Gasperi-Abkommen wieder rückgängig gemacht und erlaubte den "Zurückkehrern" die Wiedererwerbung der italienischen Staatsangehörigkeit und sollte die völlige Rechtsgleichheit der deutschen und italienischen Südtiroler sowie die Zweisprachigkeit in Verwaltung, Schule und Gerichte sicherstellen. Die Zusammenlegung der beiden Provinzen Bozen (überwiegend deutschsprachig) und Trient (rein italienischsprachig) zur autonomen Region
Trentino-Alto Adige und die Übertragung der entscheidenden Befugnisse an die Region statt an die Provinzen ließen das Gruber-de-Gasperi-Abkommen nicht zu einem befriedigendem Funktionieren kommen, dadurch entstanden teils schwere Unruhen in Südtirol im Jahre 1960.
Die österreichische Regierung brachte dieses Problem dann auch 1961 vor die UN. Die 1961 eingesetzte "Neunzehnerkommission" erarbeitete die Grundlagen für das mit Österreich zustande gekommene Südtirol-Paket, dem am 21.10.1969 die Südtiroler Volkspartei und im Dezember 1969 die Parlamente von Österreich und Italien zustimmten.
Das "Paket" ist im wesentlichen ein Operationskalender zur schrittweisen Durchführung des Gruber-de-Gasperi-Abkommens.
Die deutsche Sprache in Südtirol:
Erst im Jahre 1989 ist nach langjährigen zähen Verhandlungen das Dekret des Präsidenten der Republik Nr. 574/1988 zur Gleichstellung der deutschen Sprache mit der italienischen und für den Gebrauch der deutschen Sprache in der öffentlichen Verwaltung, bei Gericht, Polizei, usw. kundgemacht worden. Zugrunde gelegt ist das Prinzip der Gleichheit der italienischen und deutschen Sprache in den Artikeln 99 und 100 des zweiten Autonomiestatuts: "Die deutsche Sprache ist in der Region der italienischen Sprache, welche die amtliche Staatssprache ist, gleichgestellt. Mehr Infos gibt es unter www.provinz.bz.it
Die italienische Sprache in Südtirol:
Das Amt für Zweisprachigkeit und Fremdsprachen übt seine Tätigkeit im institutionellen Rahmen der Landesabteilung für italienische Kultur der Autonomen Provinz Bozen aus. Strategische Aufgabe des Amtes ist die Förderung des Spracherwerbs Deutsch als Zweitsprache und der Fremdsprachen für die italienische Sprachgruppe. Diesem Ziel wird durch ein breites Spektrum an Angeboten und Initiativen auf verschiedenen Ebenen und für die gesamte Bevölkerung Rechnung getragen.
Die ladinische Sprache in Südtirol:
Das Bewusstsein der eigenen Sprache bestimmt
ganz wesentlich die Identität der Ladiner.
Die ladinische Sprache wurzelt im Volkslatein;
vorrömisch-rätische Elemente prägen sie.
In Mittelalter und Neuzeit beeinflusst die
Lage Ladiniens zwischen italienischem und
deutschem Sprachraum die Weiterentwicklung
sowie die Unterschiede in den einzelnen
Talschaften. Die Sprache dient zur Selbstbehauptung nach außen, aber auch als Bindeglied zwischen den
fünf ladinischen Talgemeinschaften. Mehr Infos über Ladinien/Ladinia gibt es unter www.museumladin.it
Heute zählt das kleine Südtirol zu einem großen touristischen Urlaubsparadies für Wanderer und Skifahrer, wie z. B. der Kronplatz, das Vinschgau oder Alta Badia.
Besonderen Ruhm kommt dem Südtiroler Wein zu, sowie den zahlreichen Masken- und Holzschnitzern. Eine wichtige Rolle spielt auch die Popmusik, Blasmusik und der volkstümliche Schlager, wie z.B. die Kastelruther Spatzen
SÜDTIROL IN ZAHLEN:
Religion: ca. 98 % katholisch, ca. 1,5 % Evangelisch

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